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KAPITALISTISCHE OLIGARCHIEN UND ROSA LUXEMBURGS “DIE AKKUMULATION DES KAPITALS”
Vorbereitung von zwei internationalen Workshops - Call for Papers

100 Jahre „Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ – ein Jahrhundertwerk bleibt aktuell, provokativ und produktiv

Hundert Jahre nach der Berliner Erstausgabe von „Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ braucht es keiner Gedenkreden, um dieses Werk vorzustellen. Wissenschaftler/innen und Wissenschaftler, Publizistinnen und Publizisten, für Demokratie und Gerechtigkeit, für ein Leben in Würde, Solidarität und ökologischer Verantwortung, für Sozialismus Streitende in aller Welt beziehen sich darauf. Das liegt an seiner Autorin, ihrer wissenschaftlichen Methode, die Aktualität der Fragestellungen und damit an der Schwäche der Linken, insbesondere der Sozialistinnen und Sozialisten.

Rosa Luxemburg, eine der faszinierendsten Persönlichkeiten im Kampf für Freiheit in der Gleichheit, hat die Kapitalverhältnisse, die Kapitalakkumulation radikal kritisiert und all deren Menschen unterdrückende und Natur zerstörerische Wirkungen radikal bekämpft. Nach ihrer Ermordung durch den politischen Feind vom 15.1.1919 wirkte und wirkt ihr Erbe fort: ihre Schriften, das politische, wissenschaftliche und kulturelle Interesse an ihr. Es bleibt aufklärerisch, zu politischem Engagement motivierend, Kommunikation und Kooperation stiftend.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung als Akteurin im Ensemble der demokratischen Linken sieht sich politischer Bildung, Vernetzung der Kapitalismuskritiker/innen, inter- und transnationaler Kooperation emanzipativ-solidarischer Kräfte verpflichtet. Sie nimmt den 100. Jahrestag der Publikation ihrer Namensgeberin zum Anlass, um ausgehend von Luxemburgs Werk zum einen über heutige globalisierte (Finanz)Kapitalakkumulation, über Finanzialisierung und deren Hauptakteure – moderne Kapitaloligarchien – zu diskutieren. Zum anderen interessiert, inwiefern die Debatte zur Landnahme lokal und regional gestützte EU-, Europa- und weltweite Bewegungen/Bündnisse gegen soziale und ökologische Zerstörung – für eine sozialökologische Transformation unterstützt hat bzw. unterstützen kann. Zum dritten wird gefragt, was daraus gelernt werden kann, dass sich ein zu kritisierendes Konzept als theoretische und politische Einsichten befördernd erweist. Hier interessieren vor allem methodische und methodologische Fragen, insbesondere die Arbeit mit Modellen.

Die Fragen näher erklärend und zum Austausch weiter einladend folgende fünf Thesen:

(i) Rosa Luxemburg erklärte die Entstehung wie Entwicklung kapitalistischer Produktionsweise als Gewaltproduktion und Expansion, als Eroberung, Vernichtung, gewaltsame Umwälzung sozialer Milieus; als fortschreitende, natürliche und soziale Lebensbedingungen zerstörende und sozial ausgrenzende Vergesellschaftung.

Ihr „Landnahme“-Konzept, das die vollständige Realisierung des neugeschaffenen Mehrwerts an die Existenz und Eroberung vorkapitalistischer sozialökonomischer Milieus bindet, muss kritisiert und kann korrigiert werden. Die Kritik ist nötig, um Kapitalakkumulation bei entfalteten Kapitalverhältnissen zu erklären. Die Korrektur ist möglich, weil Luxemburg die Grundverhältnisse der kapitalistischen Produktionsweise in ihrer historischen Entwicklung untersuchte und die Akteure des Akkumulationsprozesses mit ihren Interessen und Handeln offenlegte. So zeigte sie, warum mehrwertproduzierende und -zirkulierende Gesellschaftsmitglieder an Produktivkraftentwicklung bei Freiheit in der Gleichheit interessiert sein können.

(ii) Luxemburgs „Landnahme“ kann als Ressourcenbeschaffung, Erschließung von neuen Möglichkeiten wie Räumen für die Verwertung konkreten Kapitals und als Sicherung von gesellschaftlichen bzw. gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Kapitalakkumulation, für die kapitalistische Produktionsweise interpretiert werden.

Wird sich zugleich ihr Verständnis von sozialistischer Politik angeeignet, muss mit der theoretischen Arbeit unentwegt nach Handlungsmöglichkeiten für die emanzipativ-solidarischen Akteure und den daraus zu ziehenden Konsequenzen gefragt und gesucht werden.

Die Arbeit mit dem Landnahme-Konzept begünstigt sowohl die Kommunikation und Kooperation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu (Finanz)Kapitalakkumulation und Finanzialisierung, zu moderner Wachstums- und Kapitalismus-Kritik als auch die praktische Arbeit an sozialen bzw. politischen Bündnissen. „Stopp der Landnahme!“ kann ein nachhaltiger, offensiver Kampfruf werden, der die sozial und global gleich, ähnlich und sehr verschieden Angegriffenen wie Unterdrückten solidarisieren hilft.

(iii) Finanzialisierung kann als spezifische Landnahme und so als Antwort auf ein Reproduktionserfordernis des (Finanz)Kapitals erklärt werden. Sie erfolgt als a) Expansion von Finanzbeziehungen bei fortschreitender gesellschaftlicher Arbeitsteilung/Vergesellschaftung und Kapitalakkumulation bzw. kapitalistischer Produktionsweise; b) Verwandlung von liquidem Geld oder Geldkapital in zinstragendes Kapital bzw. in fiktives Kapital; seine Konzentration, Zentralisation und Bewegung durch Finanzinstitutionen; c) Geldzirkulation über Finanzmarktakteure und Finanzmärkte und so als Durchdringung des gesamten gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsprozesses von Finanzmarktakteuren und Finanzoperationen; damit werden Produktion, Verteilung, Zirkulation und Konsumtion verändert, Reproduktionsprobleme und Widersprüche gemehrt; d) Durchdringung des gesellschaftlichen Lebens von Finanzmarktakteuren und Finanzmarktoperationen; e) stabile bzw. zunehmende Beeinflussung/Bestimmung der Vergesellschaftung der Produktion, der Wirtschaftssphäre, des individuellen und gesellschaftlichen Lebens von Finanzmarktakteuren und –operationen.

Die Aufführung der Finanzialisierungsformen reflektiert zum einen Entwicklung, Transformation von Kapitalverhältnissen, kapitalistischer Produktionsweise und durch sie geprägter gesellschaftlicher Lebensweisen, zum anderen verschiedenen Begriffsgebrauch.

Wird Finanzialisierung mit Vergesellschaftung der Arbeit, der Wirtschaftssphäre, des individuellen und kollektiven Alltags in Beziehung gesetzt, muss die Entwicklung der Kapitalverhältnisse – der privaten und kollektiven Aneignung gesellschaftlich erbrachter Arbeitsergebnisse – in ihrer Komplexität analysiert werden.

(iv) Die Transnationalen Konzerne (TNC) sind Hauptakteure der Globalisierung, der Finanzialisierung, von Landnahme. Nicht „nur“, weil sie weltweit Geldmittel, zinstragendes bzw. fiktives Kapital mobilisieren, konzentrieren und zirkulieren, umverteilen, enteignen und zentralisieren, sondern weil sie zugleich über geistiges Eigentum und Organisationsmacht verfügen; weil sie die WTO, andere internationale Organisationen und Staaten bei der Regelung des Welthandels und des Investitionsschutzes beeinflussen bzw. instrumentalisieren. Dabei und dafür bilden und reproduzieren sie informelle Netzwerke der global Mächtigsten.

(v) Die moderne Kapitaloligarchie ist die Allianz bzw. Identität von Angehörigen der Finanzinstitutionen, Eigentümern und Managern von TNC, wirtschaftlichen Schlüssel-Unternehmen (insbesondere von produzierenden Konzernen in den Bereichen Energie, Transport, Agrobusiness, „Sicherheit“, High Tech) und von Spitzenorganisatoren der erforderlichen Hegemonie bzw. gesellschaftlichen Rahmenbedingungen („Staat/Sicherheit/Militär“, „Recht“, “Kultur und Geistesleben“, „Medien“) für die bestmögliche Verwertung des Finanzkapitals. Diese Oligarchie ist ein Ergebnis gesellschaftlicher Entwicklung, ein Erfordernis der Finanzkapitalakkumulation, der globalisierten Vergesellschaftung von Arbeit, Produktion und Reproduktion in zerstörerischer kapitalistischer Hülle.

Am Austausch zu den Fragen und Thesen Interessierte werden gebeten, bis zum 1.12.2013 Texte in deutscher oder englischer Sprache bis zu 10.000 Wörter Länge einzureichen. Auf ihrer Basis wird vom 7.-9. März 2014 ein internationaler Workshop veranstaltet. Dieser soll nicht zuletzt Impulse für die „Rosa-Luxemburg-Bildungstage“ 2014 geben, die im nächsten Jahr auf die Problematik „Krieg“ fokussieren.

Der Workshop soll darüber hinaus die wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten von Frieder Otto Wolf würdigen, der seit vielen Jahren ein enger Partner der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist und im Februar seinen 70. Geburtstag beging.

Kontakt: Judith Dellheim, dellheim@rosalux.de
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