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NEWS / EVENTS


RÜCKBLICK AUF UNSERE VERANSTALTUNGSREIHE „WIR SIND DAS VOLK“
Oktober/November 2019 - New York, NY

(c) Sue Ream (CC BY 3.0/modified)

Im Oktober und November 2019 veranstaltete das New Yorker Büro der Rosa Luxemburg Stiftung die dreiteilige Veranstaltungsreihe „We Are The People“ (Wir sind das Volk). Die Veranstaltungsreihe beschäftigte sich in Gesprächen mit verschiedenen Referent*innen und einer Filmvorführung mit den politischen Veränderungen und Herausforderungen, die vor 30 Jahren im Zuge des Falls der Berliner Mauer in Deutschland stattgefunden haben. Unter anderem ging es darum, gemeinsam zu diskutieren, was demokratischer Sozialismus in der Vergangenheit war und wie er sich heute weiterentwickeln kann.

Unsere erste Veranstaltung unter dem Titel „Stell dir vor es wäre Sozialismus und niemand geht weg!“ war eine Podiumsdiskussion im New Yorker Büro der Rosa Luxemburg Stiftung. Podiumsgast Stefan Liebich (MdB, Die Linke) erzählte von der Zeit des friedlichen Protestes in der DDR am 4. November 1989, während John W. Borneman (Princeton University) einen amerikanischen Blick einbrachte und Megan Svoboda (DSA National Political Committee) eine zeitgenössische Sicht auf diese Ereignisse bot. Gemeinsam mit Andreas Günther (RLS–NYC), der die Veranstaltung moderierte, diskutierten die drei Podiumsgäste die politische Bedeutung dieses historischen Moments und seine Auswirkungen auf den demokratischen Sozialismus heute. Während der Diskussion kamen verschiedene Themen zur Sprache: Die Podiumsgäste hielten fest, dass die Abschaffung oder das Ende des Sozialismus nicht die Forderung der Demonstration am 4. November 1989 war, die vielmehr nach einer Demokratisierung des Systems verlangte. Mit anderen Worten, die Demonstrant*innen forderten Reformen des politischen Systems der DDR und nicht eine (Wieder-)Vereinigung mit Westdeutschland. Im Anschluss an die Diskussion hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen an die Podiumsgäste zu richten. Die Fragen bezogen sich sowohl auf historische Details als auch auf aktuelle demokratische sozialistische Bewegungen in den USA und Europa.

Unsere zweite Veranstaltung war eine öffentliche Vorführung des Films „Coming Out“ (1989) im Anthology Filmarchiv. Der Film erzählt die Geschichte des jungen Lehrers, Philipp, der sich seiner Homosexualität bewusst wird während er in einer heteronormative Beziehung lebt. Der Film, der am Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 Premiere hatte, bietet einen differenzierten Blick auf den persönlichen und sozialen Kontext der Coming-out-Geschichte des Protagonisten und kommentiert die politische Geschichte der Homosexualität im Sozialismus. Nach der Vorführung des Films folgte eine Diskussionsrunde mit dem Direktor des New Yorker Büro der Rosa Luxemburg Stiftung, Andreas Günther, und Projektmanager Kazembe Balagun, die eine kritische Lektüre des Films und seiner damaligen breiten Rezeption darboten sowie Fragen des Publikums nach der Entstehung des Films, seinen Protagonisten und seiner kulturellen Bedeutung beantworteten.

Für die letzte Veranstaltung der Reihe hatten wir die Ehre, ein Gespräch mit Irene Runge, Mitbegründerin des Jüdischen Kulturvereins, über politische Veränderungen und jüdische Identitäten im Ost-Berlin von 1989 zu führen. In einem öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Als die Mauer fiel: Jüdische Identitäten in der DDR“ präsentierte Irene Runge einige der wichtigsten Ideen aus ihrem Buch “WIR: Der Jüdische Kulturverein Berlin e.V. 1989-2009” und sprach über die damalige instabile politische Situation für jüdische Gemeinden in der DDR. Auch sie sprach davon, dass der Protest vom 4. November 1989 zu einem Neuanfang in der DDR, nicht aber zum Ende eines ganzen politischen Systems führen sollte. Ein weiteres Thema, das Irene Runge in ihrem Vortrag hervorhob, war die Sorge über das Selbstverständnis eines wiedervereinigten Deutschlands. Welche Rolle würde dem jüdischen Leben in dieser neuen politischen Formation zukommen? Eine Wiedervereinigung rief bei einigen jüdischen Gruppen Sorgen und Befürchtungen über einen wiederbelebten deutschen Nationalismus hervor. Dies war ein besonders wichtiges Thema für Überlebende des nationalsozialistischen Holocaust, die die DDR als Antwort auf die Geschichte der Ausgrenzung und Verfolgung von Juden in Europa und als Hochburg gegen den Faschismus verstanden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Veranstaltungsreihe eine Reihe von progressiven, linken Perspektiven auf das Ende der DDR darstellte und Raum für produktive Gespräche über den demokratischen Sozialismus in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bot.

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