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BERICHT VOM „TRINATIONAL LABOR GATHERING“
11.-12. Dezember 2018 - Los Angeles

(c) RLS-NYC

Photos von dieser Veranstaltung stehen auf unserer Flickr-Seite zur Verfügung.

 

Am 11.-12. Dezember 2018 veranstalteten das New Yorker Büro der Rosa Luxemburg Stiftung und das UCLA Labor Center eine grenzübergreifende Zusammenkunft verschiedener linker Gewerkschaftler aus Mexiko, Kanada und den USA. Ziel dieser Zusammenkunft war es, sich zu Informationen und Strategien auszutauschen und die Planung transnationaler Solidaritätskampagnen voranzutreiben.

Dies war das sechste Treffen seit Beginn unserer Kooperation mit dem UCLA Labor Center im Jahr 2014. Die vorherigen Zusammenkünfte hatten ebenfalls in Los Angeles, sowie in Toronto und Chicago stattgefunden. In seinen beiden Artikeln „Your liberation is linked to ours“ (2015) und „Building a worker-to-worker solidarity“ (2016) beschreibt der Gewerkschaftsjournalist David Bacon die vielen unterstützenden Kampagnen und Kooperationen, die sich aus diesen Zusammenkünften heraus entwickelt haben. Aus dem Treffen im letzten Jahr mit dem Schwerpunktthema „NAFTA“ ist ein dreisprachiges Methodendokument unter dem Titel „Alternatives to free trade and investment agreements“ hervorgegangen.

Der Titel und das Thema der diesjährigen Zusammenkunft, die von den Canadian Steelworkers und den United Electrical Workers mitveranstaltet wurde, war „Gender, migration, and agricultural supply chains: A trinational labor response to the shifting political terrain“ („Gender, Migration und landwirtschaftliche Versorgungketten: Eine trinationale Antwort auf die aktuellen politischen Entwicklungen aus gewerkschaftlicher Perspektive“).

Mit der Wahl dieses Themenschwerpunkts wollen wir auf rückschrittliche gesellschaftliche Entwicklungen reagieren, wie etwa die wachsende Xenophobie, die Androhung eines Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko und eine erschreckende Vielzahl von Fällen geschlechterspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz. Dem gegenüber stehen Bewegungen wie #MeToo, die eine Welle von Solidarität ausgelöst hat. Wir glauben, dass es an der Zeit ist, die Möglichkeiten politischer Zusammenarbeit in genau diesem widersprüchlichen Feld zu erkunden. Wie können linke Gewerkschaftler aus ganz Nordamerika zusammenkommen und gemeinsam für die Rechte migrantischer und weiblicher Arbeiter an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen und in ihren jeweiligen Organisationen einstehen?

An möglichen Antworten auf diese Frage haben wir zwei Tage lang im UCLA Labor Center gearbeitet, welches in einem lebendigen und überwiegend mittelamerikanisch geprägten Stadtviertel zwischen Downtown LA und Koreatown gelegen ist.

Der erste Tag begann mit einem aktuellen Bericht zu „NAFTA“. Auch wenn das Thema nicht im Fokus unseres diesjährigen Treffens stand, so versuchen wir über die Jahre eine Kontinuität der Themen beizubehalten. Nachdem die drei Unterzeichnerstaaten dem „New NAFTA“, oder auch dem „USMCA“, grundsätzlich zugestimmt hatten, diskutierten wir dessen Auswirkungen auf die Migrations- und Arbeitspolitik in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada. Das Ergebnis dieser Debatte?  Auch wenn wir den partiellen Rückgang des ISDS-Mechanismus begrüßen, stehen wir dem Ganzen sehr kritisch gegenüber.

Von hier aus kamen wir zu unserem Schwerpunktthema: Geschlechterspezifische Gewalt – und Frauenrechte allgemein – am Arbeitsplatz. In der ersten Diskussionsrunde tauschten sich Vertreter des Canadian Labour Congress, der Steelworkers, der SEIU und einem maquiladora Worker Center zu Programmen gegen geschlechterspezifische Gewalt am Arbeitsplatz aus.  Die Diskussion wurde von der National Domestic Workers Alliance, zwei kleineren Arbeiter -Zentren und dem New Yorker Büro der Rosa Luxemburg Stiftung um das Thema der Förderung von Chancengleichheit nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in Gewerkschaften, erweitert. Zu tun was man sagt – das war ein wesentlicher Punkt der Diskussionen an diesem Tag; ebenso die Frage wie Männer im Fortbestehen von Gewalt, aber auch zur Förderung von Lösungsansätzen/Gegenstrategien beitragen.

Nach mehreren Stunden hitziger Debatten fuhren wir mit dem Bus zum UFCW Local’s 880’s Activist Center im Herzen von LA’s Meatpacking District, um dort eine öffentliche Veranstaltung für die lokale Community abzuhalten. Das Thema war die jüngste Präsidentschaftswahl von Andres Manuel Lopez Obrador in Mexiko. Was haben Gewerkschaften und andere linke Organisationen von der neuen Regierung zu erwarten? Und wie können wir sie unterstützen, sie aber gleichzeitig auch zur Rechenschaft ziehen, wenn sie ihre Versprechungen nicht einhält?

Repräsentanten und Repräsentantinnen verschiedener unabhängiger Gewerkschaften aus Mexiko sprachen zu dieser und ähnlichen Fragen. Auch die anwesenden Personen von vor Ort hatten sich dazu schon Gedanken gemacht. Angefangen mit einem gemeinschaftlichen Abendessen, endete dieser lebhafte Abend mit vielen Nachfragen aus dem Publikum.

Am zweiten Tag wechselten wir unseren Themenschwerpunkt und rückten migrantische Arbeit(er) und transnationale landwirtschaftliche Versorgungsketten in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Im ersten Teil des Tages konzentrierten wir uns auf den Schnittpunkt zwischen Organisierungsstrategien landwirtschaftlicher Arbeiter und Migration, vor allem in der Pazifik-Region. Wie wirken sich die zunehmenden Gastarbeiter-Programme auf das Leben der Bauern aus? Um diese Frage zu beantworten wurde ein Zusammenschluss aus Hilfsarbeitern, Gewerkschaftsaktivisten und Repräsentanten verschiedener unabhängiger Gewerkschaften eingeladen, die die aus den oben genannten Bedingungen resultierenden Arbeitsrechtsverletzungen thematisierten.

Danach führte uns die Diskussion zur Zukunft der Organisierung entlang transnationaler Versorgungsketten. Wenn die Agrarindustrie ihre Unternehmen einfach von einem Land ins andere versetzen können, wie können wir trotz dessen Arbeitskämpfe führen? Die kurze Antwort darauf ist: Transnationale Organisierung!

Um die Inhalte unseres zweitägigen Austauschs in Aktionspläne zu übersetzen, teilten wir uns am Nachmittag in Arbeitsgruppen auf. Dabei ging es uns vor allem um das Zusammendenken der beiden schon beschriebenen Themengebiete. Welche Rolle können migrantische Arbeiterorganisationen in der Verbesserung der Situation von Frauen am Arbeitsplatz einnehmen? Und welche Rolle spielen Frauen und Bewegungen für Geschlechtergerechtigkeit in der Stärkung der Organisierung von Bauern und Bäuerinnen?

Im Laufe des Nachmittags entstanden eine Vielzahl an Plänen, die sich zwischen der Bildung kleinteiliger solidarischer Initiativen und einem allgemeinen Anschub der Förderung von Frauenrechten in internationalen Gewerkschaftsorganisationen bewegten. Um die Details zu diskutieren, wurde bereits ein nächstes Treffen im Februar in Tijuana (Mexiko) angesetzt. Außerdem wurden Facebook-Seiten und WhatsApp-Gruppen gegründet. Was genau aus diesen neuen Verbindungen entstehen wird, ist schwer zu sagen. Aber wir haben Samen auf einem fruchtbaren Feld gesät und sind sehr zuversichtlich, dass daraus etwas wunderschönes erwachsen wird. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen unserer Arbeit als Teil des „Trinational Labor Gathering“.

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